Rauchverbot: 74% laut Forsa für Entscheidung durch den Wirt

12.04.2012, 15:21

Fast drei Viertel der Befragten fordern Entscheidung des Wirts und nicht des Staates / 51% der Bürger lehnen absolutes Rauchverbot in der NRW-Gastronomie ab / 65% sehen Existenzbedrohung für Eckkneipen

Nach einer vom DEHOGA Nordrhein-Westfalen in Auftrag gegebenen repräsentativen Forsa-Umfrage sind fast drei Viertel der befragten NRW-Bürgerinnen und Bürger der Meinung, dass der Wirt selbst entscheiden soll, ob er eine Raucherkneipe oder einen Raucherraum einrichtet oder das Rauchen verbietet. Nur 25 Prozent fordern eine staatliche Regelung. Eine Mehrheit von 51 Prozent spricht sich darüber hinaus für die Beibehaltung der jetzigen Nichtraucherschutz-Regelungen aus. Lediglich 47 Prozent der Befragten fordern ein absolutes Rauchverbot, wie es Gesundheitsministerin Barbara Steffen (Bündnis 90/Die Grünen) vorschwebt. ?Wir fühlen uns in unserer Meinung bestätigt, dass der Wirt in seiner unternehmerischen Freiheit entscheiden können soll, wie er mit einem Rauchverbot umgeht. Es ist spannend zu sehen, dass viele Bürgerinnen und Bürger, die ein absolutes Rauchverbot bevorzugen, trotzdem den Wirt entscheiden lassen möchten?, hält Olaf Offers, Präsident des DEHOGA Nordrhein-Westfalen, fest. ?Viele haben anscheinend keine Lust mehr auf einen Staat, der in alle Bereiche des Lebens hineinregelt. Ich hoffe, dass das der neue Landtag und die Regierung nach der Wahl im Mai nicht vergessen.?

65 Prozent der Befragten glauben schließlich, dass sich ein absolutes Rauchverbot existenzbedrohend auf Kneipen auswirken würde. ?Zu einem Kneipenbesuch gehören drei Dinge: ein Getränk, ein Gespräch und für viele (noch) eine Zigarette. Wenn man die Zigarette gesetzlich streicht, hätte das den gleichen Effekt, wie ein Essensverbot in einem Restaurant?, ist sich Olaf Offers sicher.

Der DEHOGA NRW sieht den Nichtraucherschutz in Nordrhein-Westfalen auf einem guten Weg. ?Über 80 Prozent unserer Betriebe unterbreiten mittlerweile rauchfreie Angebote, Raucherclubs gibt es faktisch nicht mehr. Wenn wir den Minderjährigenschutz straffen und die Deklarierungen im Eingangsbereich von Restaurants und Gaststätten deutlicher gestalten, haben wir das, was die meisten möchten: eine faire Lösung für fast alle, fast überall. Im Übrigen?, unterstreicht Olaf Offers, ?darf momentan nur in einem Bundesland in Deutschland gar nicht mehr in der Gastronomie geraucht werden, nämlich im Saarland. Und dort stehen die Zeichen nach der Wahl auf Veränderung.?